Montag, 20. Januar 2014

Kaminofen, Ja oder Nein?

Eigentlich hatten wir diese Frage schon vor langer Zeit mit einem (relativ) klaren nein für uns beantwortet. Er ist teuer, unwirtschaftlich, macht Dreck und ist obendrein eigentlich ziemlich unnötig in einem hochgedämmten KFW-55 Haus.

Dazu dann noch die Probleme, die durch die gleichzeitige Nutzung von Lüftungsanlage und Kaminofen entstehen können: Bei Minustemperaturen friert das im Wärmetauscher entstehende Kondensat. Um das gefrorene Wasser wieder aufzutauen, unterbindet die Belüftungsanlage die Frischluftzufuhr, saugt jedoch weiter warme Luft aus dem Haus. Hierdurch entsteht im Haus ein Unterdruck, der unter normalen Umständen vollkommen ignoriert werden kann. Sobald alles abgetaut ist, wird die Frischluftzufuhr wieder aktiviert und die Lüftungsanlage gleicht den Unterdruck im Haus wieder aus. Wird nun jedoch ein Kaminofen im Haus betrieben, muss dieser unter allen Umständen raumluftunabhängig sein, da ansonsten Rauch und Abgase aus dem Kamin in den Wohnraum gesogen werden können. Aber selbst bei einem solchen Kaminofen muss man nachweisen, dass der entstehende Unterdruck nicht größer als 8 Pa werden kann, da wohl auch raumluftunabhängige Öfen nicht für einen höheren Unterdruck zugelassen sind.

Da dies bei unserer Lüftungsanlage nicht sichergestellt ist (zumindest stellt Stiebel Eltron kein entsprechendes Zertifikat aus), müssen nach Rücksprache mit unserem Bezirksschornsteinfeger weitere Mittel ergriffen werden um einen Unterdruck größer 8 Pa im Haus zu verhindern, bevor der Kaminofen abgenommen werden kann. Hier gibt es nun eigentlich zwei verschiedene Lösungen die von FingerHaus angeboten werden:

Entweder man verbaut einen sogenannten "Druckwächter" in der Nähe des Ofens der bei einem zu hohen Unterdruck Alarm schlägt und die Lüftungsanlage komplett abschaltet. Das hat neben den Recht hohen Kosten (ca 1600 Euro wenn von FingerHaus verbaut) den offensichtlichen Nachteil, das im ganzen Haus die Lüftung nicht mehr arbeitet. Wenn man also an einem schön kalten Sonntagmorgen schon früh den Ofen befeuert, hat man den ganzen Tag über keine Frischluft im Haus. Klar kann man ein Fenster öffnen und der dadurch entstehende Wärmeverlust ist auch nicht weiter tragisch, aber irgendwie missfällt mir der Gedanke, das die teure Lüftungsanlage im Winter dann umgenutzt rumsteht *lach*

Die wohl noch recht neue Alternative zum Druckwächter ist laut FingerHaus-Forum ein sogenanntes AirPlus-System, welches im Grunde eine rein mechanische Kontrolleinrichtung ist. Vereinfacht gesagt, wird im Schornstein eine Klappe verbaut die sich bei zu hohem Unterdruck öffnet und Luft ins Haus lässt um somit den Unterdruck auszugleichen. Für eine so simple Lösung sind die Kosten von knapp 1000 Euro (laut Forum) eigentlich immer noch unglaublich hoch, aber da auf diese Weise die Lüftungsanlage einfach weiter arbeiten kann und man sich um nichts weiter kümmern muss ist dies wohl doch eindeutig die bessere Lösung.

Zusätzlich zu den oben genannten Punkten (teuer, dreckig, unnötig) ist das ganze also auch noch ziemlich kompliziert ... trotzdem werden wir uns bei der Bemusterung wohl für einen Kamin entscheiden.

Warum können wir eigentlich gar nicht so genau sagen, es ist eher eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Wenn man Bekannte mit Ofen fragt, schwärmen sie (meist) in den höchsten Tönen; fragt man Bekannte die derzeit keinen Kaminofen haben, hört man genau die Punkte die wir oben aufgezählt haben. Wirtschaftlich gesehen ist es quatsch, auf der anderen Seite ist die Wärmepumpe bei extremen Minustemperaturen auch alles andere als effizient. Er macht Dreck, aber auf der anderen Seite wirkt das Wohn-/Esszimmer mit prasselndem Kaminfeuer viel gemütlicher. Er ist unnötig, und das bleibt er auch ... aber wir bauen das Haus ja nicht nur aus reiner Notwendigkeit, ein bisschen Luxus darf durchaus sein.

Bleibt noch abzuwarten, ob wir wirklich an alles gedacht haben und nicht noch unvorhergesehen Punkte in der Bemusterung zur Sprache kommen. Reinigungsklappe im Spitzboden, Ausmauerung hinter dem Kamin und Funkenschutzplatte für den Parkettboden sind eingeplant. Trittstufen und Ausstiegsfenster auf dem Dach sind laut unserem Schornsteinfeger nicht notwendig.

Unsere sehr sehr netten Verkaufsberater aus Wadern-Nunkirchen, haben es zum Glück ermöglicht, das wir auch noch nachträglich den entsprechenden FingerHaus Gutschein (Schornstein + Kaminofen für 3800€) nutzen können. Normalerweise gibt es diese Gutscheine nur vor der Unterschrift des Werkvertrages und auch nur über die Verkaufsberater. An dieser Stelle noch einmal vielen vielen Dank! Bleibt nur zu hoffen, dass bei der Bemusterung alles so klappt wie wir uns das vorstellen.

Kommentare:

  1. Wurde meine Frage nun veröffentlicht?

    Eigenartig! Aus welchem Grund ist kein FEnster für den Schornsteinfeger vorgesehen, im Fachjargon ja scheinbar Prüföffnung genannt ;) Wie kommt der Feger zum Schornstein?

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  2. Ja wurde sie ...

    Gemeint war hier ein Dachfenster aus dem der Schornsteinfeger auf das Dach klettern kann um den Schornstein von oben zu reinigen. Da wir auf dem Dachboden mehr als 2 Meter Raumhöhe haben und der Schornsteinfeger daher bequem von hier aus (durch die Reinigungsklappe) den Schornstein fegen kann, ist ein separates Fenster und Trittstufen auf dem Dach nicht notwendig.

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  3. Das musst du mir erklären. Sehr spannend, denn ich wollte ebenfalls kein Fenster haben. Unser DG ist an der Stelle des Kamins ebenfalls 2 Meter hoch und bequem auf Brusthöhe befindet sich ein solcher Deckel. Wir reden doch von solch einer Kamintür oder? http://www.ofen.edingershops.de/Kaminzubehoer/Kamintueren-Edelstahl/Kamint%C3%BCr-K29-4-Edelstahl-Vierkantverschluss-Einbauma%C3%9F-300x300mm::91125087.html

    Und von hier reinigt euer Schorni von unten nach oben quasi? Hat er das direkt zu Baubeginn gesagt oder wie wurde das organisiert? Normalerweiße muss doch die Hausbaufirma eine Prüföffnung einplanen?

    LG

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